Kreisfeuerwehrverband Heilbronn

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2. Leitstellentagung des Innenministeriums

von Medienteam KFV Heilbronn

Der direkte Austausch mit den Leitstellenverantwortlichen der Stadt- und Landkreise sowie der Hilfsorganisationen wurde am 16. November 2017 bei der 2. Leitstellentagung des Innenministeriums mit rund 120 Teilnehmern fortgesetzt. Schwerpunkte waren Informationen zum Leitstellenprojekt, zur Informationssicherheit, zur Luftrettung und Hinweise zu Einsätzen bei Terror- oder Amoklagen.

Die Herausforderungen für die Einsatzkräfte bei Einsatzlagen mit terroristischem Hintergrund unterscheiden sich von der klassischen Taktik. Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen informierte über die vom Innenministerium hierzu herausgegebenen Hinweise für Einsätze bei Terror- oder Amoklagen. Diese Hinweise können auf der Homepage der Landesfeuerwehrschule
https://www.lfs-bw.de/Fachthemen/Einsatztaktik-fuehrung/Sonstiges/Seiten/hinweiseterroramoklagen.aspx
heruntergeladen werden.

Prof. Dr. med. Matthias Helm, Oberstarzt am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, berichtete über die Erfordernisse und Erfahrungen bei diesen Einsatzlagen. Die Konzepte aus dem militärischen Bereich liefern eine gute Grundlage, die auf den zivilen Bereich übertragen werden kann. Dr. Jörg Braun und Dietmar Gehr von der Deutschen Rettungsflugwacht informierten über die Grundsätze des Einsatzes der Luftrettung.

Taktische Medizin:

Die rettungsdienstliche Versorgung bei Terroranschlägen kann sich von klassischen MANV-Lagen unterscheiden:
Nicht der Patient allein, sondern die taktische Lage kann das Handeln bestimmen.

Oberste Ziele sind:

  • Sicherstellen des Überlebens einer möglichst hohen Zahl an Menschen.
  • Minimierung der Gefährdung für die Einsatzkräfte und Helfer.
    Bei einem Terroranschlag muss immer mit einem zweiten Anschlag auf die Helfer („second hit“) gerechnet werden. Die Verletzten bei einem Anschlag mit Explosivstoffen haben oft extreme lebensbedrohliche Blutungen.

Daher gilt:

  • „stopp the bleeding“ (Blutung stoppen, bspw. mit Tourniquet)
  • „clear the scene“ (Verletzte und Einsatzkräfte möglichst schnell von der unmittelbaren Einsatzstelle entfernen)

Weitere Informationen finden Sie hier:

  • TREMA - Tactical Rescue & Emergency Medicine Association: tremaonline.info
  • Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie & Intensivmedizin (DGAI) – AG „ Taktische Medizin“:
    http://www.ak-notfallmedizin.dgal.de/arbeitsgruppen/taktik.html

Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg