Die Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn fand am 29. März in Ittlingen statt und bot einen umfassenden Rückblick auf das vergangene Jahr. Vorsitzender Frank Pitz führte durch die Veranstaltung und zog Bilanz über ein ereignisreiches Jahr, das maßgeblich vom Vorsitzwechsel und einem besonderen Jubiläum geprägt war.
Das Jahr 2024 war für den KFV Heilbronn ein bedeutendes Jahr. Neben dem Wechsel im Vorsitz und Vorstand, bei dem elf von 25 Ausschussmitgliedern neu gewählt wurden, stellte die Feier zum 75-jährigen Bestehen des Verbandes am 12. Oktober 2024 in Neckarsulm einen Höhepunkt dar. Zahlreiche Ehrengäste, darunter Landrat Norbert Heuser, Oberbürgermeister Harry Mergel, Staatssekretär Thomas Blenke sowie der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Dr. Frank Knödler, wohnten der Veranstaltung bei.
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde Reinhold Gall, langjähriger Vorsitzender und ehemaliger Innenminister, mit dem „Feuerwehr-Ehrenzeichen der Sonderstufe“ sowie der „Ehrennadel in Gold“ des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Darüber hinaus ernannte der Verband ihn zum Ehrenmitglied.
Neben dem Jubiläum mussten auch alltägliche Verbandsaufgaben bewältigt werden. Ein schwieriger Fall betraf eine Schadenersatzforderung wegen Bildrechtsverletzung. Ein Foto, das 2014 gutgläubig übernommen wurde, führte zu einer überhöhten Forderung, die nach anwaltlicher Intervention reduziert wurde. Dieses Ereignis unterstrich die Notwendigkeit, sich intensiv mit Medien- und Bildrecht auseinanderzusetzen. Ein Workshop zu diesem Thema ist für 2025 geplant.
Positiv hervorgehoben wurde eine großzügige Spende der AUDI-Belegschaft, die zur Förderung der Brandschutzerziehung und für den geplanten Workshop verwendet wird.
Das Jahr 2024 markierte auch einen Führungswechsel auf Landesebene: Nach 25 Jahren als Präsident trat Dr. Frank Knödler nicht mehr zur Wiederwahl an. Michael Wegel wurde als neuer Präsident gewählt und der Vorstand von zwei auf vier Vizepräsidenten erweitert. Aus dem Heilbronner Verbandsgebiet engagieren sich Timo Kraft als stellvertretender Landesjugendleiter und Alexander Link als Vertreter der Werkfeuerwehren auf Landesebene.
Besondere Beachtung fand die erfolgreiche Jugendarbeit. Über die letzten fünf Jahre konnte die Mitgliederzahl um ein Drittel gesteigert werden. Die Kreisjugendfeuerwehr unter Leitung von Tim Zartmann trägt maßgeblich dazu bei, Veranstaltungen zu organisieren und zentrale Themen zu planen.
Angesichts der sich verändernden Sicherheitslage, die durch zunehmende Unwetterereignisse und neue Herausforderungen im Bereich des Katastrophenschutzes sowie der zivil-militärischen Zusammenarbeit geprägt ist, ergibt sich ein erheblicher Anpassungsbedarf. Besonders das Hochwasser im Ahrtal hat gravierende Defizite in den Bereichen Warnung, Lageerfassung, Ausstattung und Führung großer Einsatzlagen offengelegt.
Diese Ereignisse machen deutlich, dass neben technischer und organisatorischer Optimierung auch eine höhere Grundresilienz und Selbsthilfefähigkeit innerhalb der Bevölkerung notwendig ist. Themen wie der Einsatz sozialer Medien zur Informationsverbreitung und die Integration von Spontanhelfern müssen aktiv gestaltet werden.
Die kommunalen Feuerwehren haben sich personell, materiell und organisatorisch als belastbare Säule des Bevölkerungsschutzes erwiesen. Dies zeigt sich insbesondere bei überregionalen Einsätzen, bei denen eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kommunen und Landkreisen erfolgreich praktiziert wurde. Doch die wachsende Dimensionierung von Einsatzlagen verlangt nach einer umfassenderen Betrachtung.
Ein möglicher Ansatz, einfach den Katastrophenschutz hinzuzuziehen, ist zwar grundsätzlich sinnvoll, verkennt aber die Tatsache, dass die kommunalen Feuerwehren das Rückgrat des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes bilden. Entsprechend muss eine risikoorientierte Bedarfsplanung erfolgen, die Ausstattung, Organisation und Personal gleichermaßen berücksichtigt.
Vorsitzender Frank Pitz zog eine positive Bilanz und betonte, dass trotz der Neufindungsphase ein erfolgreiches und produktives Jahr 2024 abgeschlossen wurde. Die Herausforderungen der Zukunft, insbesondere im Katastrophenschutz, sollen mit verstärkter Planung und Zusammenarbeit gemeistert werden.
Die Verbandsversammlung endete mit einem Ausblick auf die kommenden Projekte und dem Dank an alle Beteiligten für ihre engagierte Arbeit.