Kreisfeuerwehrverband Heilbronn

Suchergebnis löschen

Immer wieder kommt es zu unnötigen Einsätzen der Feuerwehr. Dem Verursacher eines absichtlich ausgelösten Fehlalarms droht eine saftige Rechnung

Heilbronnvon Heilbronner Stimme

Vermehrt rückt die Feuerwehr aus, weil jemand mit voller Absicht den Notfallknopf drückt, obwohl es nicht brennt

Von Heilbronner Stimme Redakteurin Heike Kinkopf

Insgesamt 1.890 Einsätze hat die Heilbronner Feuerwehr vergangenes Jahr absolviert. Dazu gehören an die 560 blinde Alarme, ausgelöst beispielsweise durch eine defekte Brandmeldeanlage. „Böswillige Fehlalarme“, wie die Feuerwehr sie nennt, sind mit 66 Fällen vergleichsweise selten. Deren Zahl hat sich gegenüber dem Jahr davor aber nahezu verdoppelt. Konkret bedeutet es: Die Berufsfeuerwehr und oft auch die ehrenamtlichen Mitglieder der Freiwilligen Abteilungen lassen im Schnitt mehr als ein Mal in der Woche alles stehen und liegen, um überflüssigerweise auszurücken.

Manche Übeltäter machen sich einen Spaß daraus, sagt Jürgen Vogt, Sprecher der Heilbronner Feuerwehr. Die Verursacher seien manchmal in Schulen zu finden. Häufig löse ein Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in der Austraße mutwillig einen Alarm aus. Ellenbogen raus und in das kleine rote Kästchen des Brandmelders gerammt. Der Grund? Oft seien die Bewohner frustriert, meint Vogt. Manchmal lösten sie den Alarm aus und verließen das Gebäude trotzdem nicht. Vor einigen Jahren habe es eine Phase gegeben, da sei die Feuerwehr drei, vier Mal am Tag wegen eines derartigen Vorfalls ausgerückt. Seltener passiert es, dass jemand die 112 wählt und glaubhaft eine völlig frei erfundene Geschichte über ein angebliches Feuer erzählt. Aber auch das kommt vor.

Konsequenzen Ist bekannt, wer einen Fehlalarm absichtlich ausgelöst hat, drohen Konsequenzen – zumindest in der Theorie. „Wenn klar ist, wer es war, kann der eine Rechnung erhalten“, sagt Vogt. In einem Fall habe ein Bewohner der Austraße den Melder mit der Hand eingeschlagen und sich dabei verletzt. Eine Blutspur habe sich bis in dessen Zimmer gezogen. Die Polizei nahm den Vorgang auf. Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft zahlen die Rechnung in der Regel aus Geldmangel nicht. Die Kosten werden intern zwischen Feuerwehr und der Stadt Heilbronn verrechnet.

Die Kosten für einen böswilligen Alarm belaufen sich auf etwa 800 bis 1000 Euro. Die Summe sei abhängig von der Dauer des Einsatzes, sagt Vogt. Das Gebäude wird geräumt. Feuerwehrmänner überprüfen die Räume. Sie wechseln die kaputte Scheibe des Brandmelders aus. Es werde geklärt, ob Absicht oder etwa ein Defekt hinter einem Alarm steckt. Das könne schnell eine halbe Stunde und länger dauern.

Täterermittlung Erlaubt sich ein Schüler einen schlechten Scherz, ist der selten ausfindig zu machen. Es sei denn, er wird vom Hausmeister oder einem Lehrer dabei beobachtet. Oder der Verursacher prahlt mit seiner Tat in Chats oder im Internet. Dann geht möglicherweise eine Rechnung raus. Mutwillig ausgelöste Fehlalarme meldet die Feuerwehr der Polizei zur Täterermittlung, erklärt Claudia Küpper, Rathaussprecherin. Erst nach einer Gerichtsverhandlung könne eine Gebühr in Rechnung gestellt werden. Dies komme äußerst selten vor.